captureNach dem grausamen Verbrechen eines, aus dem Maßnahmenvollzug entlassenen Straftäters, wird über die Qualität der psychiatrischen und psychologischen Prognosegutachten öffentlich diskutiert.

Die Gutachter-Problematik ist seit längerem bekannt. Bereits 2011 hat das Justizministerium eine Studie zur Qualität der Prognosegutachten an der Universität Ulm in Auftrag gegeben. Das Ergebnis war verheerend, der Großteil der überprüften Gutachten hatte schwere Mängel. Es kam jedoch weder zu einer Reaktion seitens des Ministeriums noch zu einer Änderung bei den Qualitätskriterien. Dazu kommt die schlechte Bezahlung der psychiatrischen Gutachter, was dazu führt, dass diese mit einer geringen Motivation viel Zeit in ein aufwendiges Gutachten investieren müssen. Um präventiv weitere Straftaten zu verhindern, ist die Qualität der Gutachten zu verbessern, sowie die Einsetzung von Expertengremien im Verfahren zur bedingten Entlassung aus dem Maßnahmenvollzug dringend notwendig. So kann man in Zukunft solche schrecklichen Verbrechen besser vermeiden.